Holzkunde

Der Werkstoff Holz ist ein fantastisches aber auch eigenwilliges Material. Die Kenntnis der grundlegenden Materialeigenschaften erleichtert die Arbeit und hilft, das richtige Holz für Ihre Anforderungen zu finden.

Kleiner Holz-Wiki:

Als Laubholz wird das Holz von Laubbäumen bezeichnet (z. B. Buche, Birke, Ahorn) und als Nadelholz wird das Holz von Nadelhölzern bezeichnet (z. B. Fichte, Tanne, Kiefer).

Die Einteilung von Baumarten in Hart- und Weichhölzer findet nach der Darrdichte des Holzes statt, d. h. nach der Rohdichte bei einem Wassergehalt von 0 %. Die Grenze zwischen Hart- und Weichholz wird bei einer Darrdichte von 550 kg/m³ gesetzt. Die meisten Nadelbaumarten fallen in die Kategorie der Weichhölzer, während viele Laubbäume zu den Harthölzern zu rechnen sind.

Das Splintholz ist junges, aktives Holz, das Wasser und Nährstoffe leitet. Das Kernholz ist physiologisch nicht mehr aktiv, leitet kein Wasser und ist meist deutlich dunkler als das Splintholz. Entgegen häufiger Darstellungen unterscheiden sich Splint- und Kernholz kaum hinsichtlich Dichte und Festigkeit.

Die Zahl der Jahresringe verrät das Alter der Bäume, die Ringbreite deren Lebensbedingungen. Schmale Ringe deuten auf Probleme wie etwa Trockenheit oder Schädlingsbefall hin, bei breiten Ringen ging es dem Baum gut. Ovale Ringe entstehen an Bäumen, die am Hang wachsen oder starkem Wind ausgesetzt sind.

Mit “Arbeiten” bezeichnet man die Maßänderungen des Holzes durch wechselnde Feuchte, mit “Schwinden” das Kleinerwerden beim Trocknen. Aber auch “trockenes” Holz arbeitet weiter. Bei jedem Wechsel der Luftfeuchte nimmt es Feuchte auf oder gibt sie wieder ab, das Holz quillt oder schwindet, wenn auch nur noch mäßig. Durch Behandlung der Oberfläche mit Lack oder Wachs lässt sich dieser Vorgang weitestgehend verhindern.

Die Holzfeuchte wird in Prozent angegeben und errechnet sich aus dem Gewicht des Wassers im Holz, geteilt durch das Darrgewicht des jeweiligen Holzes. Die Holzfeuchte wird mit einem Holzfeuchtemesser-Gerät ermittelt.

Folgende Holzarten verarbeiten wir:

(Reihenfolge nach Einsatzhäufigkeit)

Buche 
(lat. Fagus)

Rötlichweiss bis hellrötlich, gutes Drechselholz, kurzfaserig, dichte feine Struktur, kein Splintholz, gut verfügbar und nicht bedroht, wird auch zum Räuchern verwendet, meist verwendete Holzsorte in unserer Produktion

Hainbuche 
(Weißbuche, lat. Carpinus betulus)

Nicht mit den Buchengewächsen verwandt, viel heller als Buche daher der Name Weißbuche aber oft gelblich, lange Fasern, gutes Drechselholz, sehr hart und verschleißfest, biegsam, schwerstes und härtestes einheimische Holz

Ahorn 
(lat. Acer)

Fast weiß ohne Kernfärbung, feine und dichte Struktur, sehr gutes Drechselholz, beständiger gegen Feuchtigkeit als Buche, schlechte Verfügbarkeit, wertvollster einheimischer Edellaubbaum, verringert die Standzeit der Dreh- und Fräswerkzeuge aufgrund der Holzstruktur

Birke 
(lt. Betula)

Hellgelblich, lässt sich gut drehen, biegsam, bildet keinen Farbkern aus, leicht und feinmaserig, sehr häufig verwendet für die Oberflächenbehandlung “natur lackiert”

Kiefer 
(lat. Pinaceae)

Leicht harziges Kernholz von rot-brauner Farbe, das sich vom blasserem Splintholz abhebt, die Harzkanäle und Jahresringe sind deutlich sichtbar, weich, biegsam und leicht, häufig für die Herstellung der Kiefernleisten verwendet

Linde 
(lat. Tilia)

Weiches Holz, biegsam, kein Unterschied zwischen Splint- und Kernholz, feine und gleichmäßige Textur, gutes Schnitzholz

Nussbaum 
(lat. Juglandaceae)

Grauweiß bis rötlich im Splint, bisweilen ist das Kernholz grau, meist aber hell- bis dunkelbraun mit rötlichem oder violett Einschlag, das Kernholz kann dunkel gestreift sein, schwer und hart, gut verarbeitbar (drechseln und fräsen), Edelholz

Eiche 
(lat. Quercus)

Das Kernholz ist witterungsfest und das Splintholz dagegen ist anfällig für Pilz- und Insektenbefall, grobfaserig, Splint und Kern unterscheiden sich deutlich, grobporig, schwindet nur mäßig

Esche 
(lat. Fraxinus excelsior)

Rahmweiß bis hellbraun, manchmal mit dunkelbraunem oder schwarzem Kern, geradfaserig und grob textuiert mit dekorativer Zeichnung